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Die Vergangenheit entschlüsseln

Jan 10, 2024

Der Kansas City-Standard war in den frühen Tagen der Mikrocomputer und Personalcomputer ein weit verbreitetes Datenspeicherprotokoll. Es wurde Ende der 1970er Jahre von einer Gruppe von Enthusiasten und Fachleuten entwickelt und erfreute sich in den 1980er Jahren zunehmender Beliebtheit. Das Protokoll wurde hauptsächlich zum Speichern und Übertragen von Daten auf Kassetten verwendet, die zu dieser Zeit häufig als Speichermedium verwendet wurden.

Diese kassettenbasierten Speichergeräte waren mit Übertragungsraten von 300 Bit pro Sekunde langsam und auf den sequentiellen Datenzugriff beschränkt – ein schnellerer Direktzugriff war nicht möglich. Sie waren außerdem bekanntermaßen unzuverlässig, da die durch unterschiedliche Audiofrequenzen kodierten binären Einsen und Nullen oft nicht richtig registriert wurden. Sogar Faktoren wie die Lautstärke, auf die das Kassettengerät eingestellt war, können den Unterschied zwischen einem guten Datenladevorgang und einem Ausfall ausmachen.

Es ist schwer, etwas wirklich Positives über die kassettenbasierte Speicherung zu sagen, auch wenn ein warmer Hauch von Nostalgie die guten Erinnerungen an die frühen Tage der Computertechnik verstärkt. Ihre einzige Rettung war ihr Preis. Damals, als Kilobytes Speicher Hunderte oder sogar Tausende von Dollar kosteten und eine Festplatte für die meisten Heimanwender unerreichbar war, war der bescheidene Kassettenrekorder eine viel bessere Option, als jedes Mal ein Programm neu einzutippen Computer war eingeschaltet.

Aufgrund der Beliebtheit dieser Speichermethode gibt es immer noch eine Menge Software auf Kassetten. Und für Retrocomputing-Enthusiasten, insbesondere für diejenigen, die sich mit dem Bau ihres eigenen Retro-Computers befassen, kann dies bedeuten, dass sie eine komplexe Schaltung bauen müssen, um Audio zu dekodieren und in eine binäre Darstellung zu übersetzen. Das kann zwar eine unterhaltsame Übung sein, aber manchmal möchte man einfach nur eine vorgefertigte Lösung.

Greg Strike von The Curious Place hat kürzlich ein Elektronik-Kit namens KCS Mix Tape vorgestellt, das diesen Bedarf sehr gut erfüllt. Nachdem ein paar Chips und eine Handvoll passiver Komponenten auf eine kassettenbandförmige Leiterplatte gelötet wurden, kann das KCS Mix Tape einen Audiostrom aufnehmen und ihn gleichzeitig in einen Strom serieller und paralleler Binärdaten umwandeln.

Nach dem Zusammenbau der Platine ist ein schneller Kalibrierungsprozess erforderlich. Durch Abspielen einer Audiodatei, die ein bekanntes Datenmuster erzeugt, und anschließendes Anpassen eines Trimmwiderstands, um sicherzustellen, dass das Muster auf den integrierten LEDs korrekt dargestellt wird, ist das KCS Mix Tape betriebsbereit. Danach können entweder die seriellen oder die parallelen Datenleitungen an Ihren eigenen Schaltkreis angeschlossen werden, und Sie können mit dem Laden von Daten beginnen, als wären Sie im Jahr 1979.

Das Kit kann zum Laden von Daten von Kassetten nützlich sein, ist aber auch lehrreich. Während Sie das Gerät bauen, werden Sie besser verstehen, wie alte Computer funktionierten. Wenn Sie sich ein eigenes KCS-Mix-Tape zulegen möchten, sind diese im The Curious Place Store für 50 US-Dollar erhältlich. Im Standardbausatz ist alles enthalten, was zum Aufbau des Banddecoders erforderlich ist.